Luana trifft Virginie Borel
Es gibt bei Luana etwas, das mir besonders am Herzen liegt: diese Fähigkeit, aus Sprachen und Kulturen nicht Grenzen, sondern Brücken zu bauen.
Als gebürtige Tessinerin und Freiburgerin aus Überzeugung verkörpert sie jene vielfältige Schweiz, die sich aus ihren unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Identitäten speist. An der Spitze des Schweizerischen Blasmusikverbands setzt sie sich mit Überzeugung für eine Kultur ein, die gerade jene aussergewöhnliche Kraft besitzt, über Sprachgrenzen hinweg zu verbinden: die Musik.
Ich konnte auch feststellen, wie aufmerksam Luana gegenüber der Stellung der lateinischen Regionen und Sprachen ist, während sie gleichzeitig den Dialog zwischen allen Sprachregionen unseres Landes pflegt. Ein Engagement, das das Forum für Zweisprachigkeit 2025 würdigen wollte, indem es dem Schweizerischen Blasmusikverband seinen Preis für Zwei- und Mehrsprachigkeit verlieh.
Was mir an ihrem Werdegang besonders interessant erscheint, ist die Kohärenz zwischen diesem nationalen Engagement und ihrem Wirken in ihrem Wahlkanton. Freiburg ist selbst ein Kanton mit vielfältigen Sprachen, Kulturen und Identitäten. Diese Vielfalt braucht Persönlichkeiten, die fähig sind, ihre Überzeugungen und ihre Region zu vertreten und gleichzeitig Verbindungen zu schaffen, andere Realitäten anzuhören und das Verbindende zu suchen.
Diesen Ansatz trägt Luana auch in den Freiburger Grossen Rat: ein Engagement, das in der Glâne verwurzelt und nahe an der Lebensrealität ihrer Bevölkerung ist, aber mit einer besonderen Sensibilität für Kultur, Erbe, Vereinsleben und die Vielfalt, die den Reichtum des Kantons ausmachen.
Für mich verkörpert Luana damit eine bestimmte Vorstellung von der Schweiz – und von Freiburg –, die mir besonders gefällt: jene, in der man tief mit seiner Region, seiner Sprache und seiner Kultur verbunden sein kann, während man gleichzeitig neugierig auf die der anderen bleibt.
Diese Fähigkeit, Menschen, Regionen und Sensibilitäten miteinander zu verbinden, ist auch eine echte politische Qualität. In einem zweisprachigen Kanton wie Freiburg erscheint sie mir sogar besonders wertvoll.
Und wenn eine gebürtige Tessinerin, die zur Freiburgerin geworden ist, Tausende von Musikerinnen und Musikern aus allen Landesteilen zusammenbringt und gleichzeitig die Stimme ihrer Region in den Grossen Rat trägt, dann ist die Partitur letztlich recht schön: mehrere Sprachen, mehrere Kulturen, aber ein und derselbe Wille, gemeinsam zu erschaffen.